Berichte

Bericht April 2017 – März 2018

Liebe Freunde

2017 gingen auf die Konti der Hans Haller-Stiftung Fr. 158’005.- ein. Damit übertrafen wir die Rekordergebnisse von 2015 und 2016 bei weitem. All unseren Gönnern von Geld, Naturalien und Dienstleistungen danken wir an dieser Stelle von Herzen. Unsere vermehrten Spendenaufrufe zeigten Wirkung. So durften wir verschiedene neue Gönner begrüssen, darunter die Dr. Ernst-Günther Bröder Stiftung aus Luzern. – Der Real machte im Berichtsjahr keine grossen Schwankungen. Zurzeit erhalten wir für 1 Franken ca. 3.30 Reais.

Seit 7 Jahren ist das Projekt ‚Glückliche Jugend’ ein voller Erfolg! – Zurzeit betreuen wir 49 Kinder ohne Familie. Sie sind Waisen oder wurden von ihren Verwandten verstossen. 17 Ersatzmütter erziehen sie wie ihre eigenen Söhne und Töchter. Pro Kind zahlen wir ihnen monatlich einen fixen Betrag (Kost, Logis, Entgelt) von R$ 400.- (ca. CHF 125.-).

Mit Gabriela (14), ihrem Bruder Woshinton (11), Maria Eduarda (15) und deren Bruder Pedro (12) besuchen ab diesem Jahr vier unserer Kinder die Privatschule Santa Maria. Sie haben sich das durch Fleiss, Begabung und gute Noten verdient. Wir erhöhen damit ihre Zukunftschancen.

Ana Carla (4). Everton (10), Marcinho (8), Sofia (7), Mariana (5), Kethelyn (9), Lucas (11), Sara (7) und Kauan (9) machen sich gut und bereiten uns im Moment keine Probleme.

Ana Paula (11) und Anderson (10) verliessen unser Projekt. Die Schwester ihrer Ersatzmutter will die beiden adoptieren. Sie ist finanziell besser gestellt und braucht unsere Unterstützung nicht. Wir freuen uns für die Geschwister und wünschen der Familie alles Gute.

Freude bereitet uns Miguel (7): Er besuchte ab letztem Jahr die Schule bzw. den Kindergarten. Gegen Ende Jahr konnte er schon recht gut lesen. Zwei bis drei Jahre ältere Kinder waren noch nicht so weit. Im Dezember durften einige der grösseren Jungs (unter anderen Woshinton und Pedro) an Fussballtrainings mit Setshi und Lelo Toni aus der Schweiz teilnehmen. Spontan boten wir Miguel auch auf und er schlug sich gut!

Abnaécia (9), die Zwillinge Tayna und Taynara (je 6), Artur (5) und Maria (6) entwickeln sich normal. Paulo (4) ist verhaltensauffällig und wird psychologisch betreut.

Lucia ist seit einem Jahr ‚Mutter’ von Bianca (4), Weverton (5) und Alice Vitoria (1). Die Familie ist gut zusammengewachsen. Die beiden grösseren Kinder besuchen jetzt den Kindergarten.

Auch die Familie Fabiana/Luciene funktioniert gut. Die beiden sorgen für Yasmin (4), Mateus (2) und Glebisson (5). Luciene (19) sammelte bis Ende März Abfall bei unserem Projekt ‚Rettet die Umwelt’ und erhielt. Sie will jetzt Kleider und Schuhe verkaufen. Wir werden ihr das Startkapital vorschiessen.

Ana Paula (19) absolviert einen Coiffeurkurs und wird nachher mit einer Partnerin einen Frisiersalon eröffnen. Auch ihr gewähren wir dafür ein Darlehen. – Unser Ziel ist, dass die Kinder eine glückliche Jugend verbringen und sich anschliessend ihren Lebensunterhalt auf ehrliche Weise verdienen können. Sie sollen nicht von einem Partner abhängig sein.

Vor einem Jahr kam Charlene als ‚Mutter’ in unser Projekt. Sie gibt den ausgestossenen Geschwistern Ana Clara (10) und Italo Severino (6) sowie Jony (4) Liebe, Zärtlichkeit und eine Erziehung. Sie haben sich an die familiären Strukturen gewöhnt. Wir sind stolz auf sie.

Vor knapp einem Jahr übernahm Maruza die Kinder und die Aufgaben von Marta, die wir leider ersetzen mussten. Maruza macht das sehr gut. Ausser für Maria Eduarda, Pedro und Kauan ist sie auch eine Mutter für Luciana Yara (1). Die Kleine ist unser Sonnenschein. Ihre Syphillis konnten wir erfolgreich behandeln.

Wilames (12), Lais (10), Maysa (6), Maria Eduarda (9), Maria Heloisa (7), Gabriela (17), Gabriel (15), Milca (13), Mikaele (11), Miguel (7) und Miqueias (5), Mikael (9), Vitoria (10), Mayara (9), Tawane (13), Thais (11) und Willian (8) entwickeln sich gut in ihren Familien. Maria nahm im Frühling 2017 zusätzlich zu ihren 6 Cousins und Cousinen Debora (2) auf, die bei ihrer Nachbarin lebte. João (13) besucht nach einigen Jahren in einer Privatschule wieder ein öffentliches Institut: Er wollte die Schule wechseln, weil er gemobbt wurde.

Im Oktober 2017 gründeten wir bei Cosma eine weitere Familie mit den Geschwistern Gabriel (6) und Estefany (4) sowie Fabio (1). Nach anfänglichen Problemen mit dem etwas ‚verwilderten’ Gabriel hat diese Gruppe zusammengefunden. Dieser hat 7 Kilos zugelegt …

Neben den monatlichen R$ 400.- zahlen wir auch Aufwändungen wie teure Medikamente, Schuhe und Kleider vor Weihnachten, Schulmaterial, Kinderbetten, Transportkosten, usw. Pro Jahr budgetieren wir durchschnittlich pro Kind CHF 1’750.-

Der Erfolg des Projektes Glückliche Jugend hängt auch von den finanziellen Mitteln ab. Wir suchen deshalb dringend Gönner, die weiteren Kindern eine glückliche Jugend ermöglichen.

Familienplanung ist unser ältestes Projekt und ist uns immer noch wichtig. Das Spital Igarassu nahm 2017 36 Männern eine Vasektomie vor und setzte ab September 20 Spiralen ein. Frauen unterbanden sie keine, da der Operationstrakt nicht funktionierte. Seit Ende Januar unterbinden sie wieder Frauen. So waren es im Februar 12 und im März gar 20 Frauen. Auch die Abgabe von Spiralen und die Vasektomien laufen weiter. Endlich ein kleiner Erfolg …

2017 gaben wir 78 gebrauchte Hörgeräte ab. 60 davon erhielten Bewohner des Bundesstaates Rio Grande de Norte. In Pernambuco fanden nur 18 Geräte neue Besitzer. Nach den Bürgermeisterwechseln Ende 2016 schlossen wir noch keine Partnerschaften mit Städten ab. Das liegt auch daran, dass diese für die Kosten der Ohrinnenstücke und Anpassungen selber aufkommen müssen. In früheren Jahren erhielten wir jeweils grössere zweckgebundene Spenden, so dass wir Hand bieten konnten. Auch macht uns die Bürokratie zu schaffen. Es ist denkbar, dass wir das Projekt weiter reduzieren werden.

Im Bereich der Kinderhilfe heissen unsere Partner seit vielen Jahren Kinderkrippe Tia Sandra und Verein ÀGUA-VIVA (www.agua-viva.ch) . – Die Krippe Tia Sandra ist eine wichtige Stütze für die Familien im Quartier. Dank unserer Intervention hilft die Stadt seit September monatlich mit Lebensmitteln. Aber das ist ein Tropfen auf den heissen Stein. Ohne uns wäre die Krippe seit Jahren geschlossen. Wir kaufen monatlich Lebensmittel für R$ 6’000.- (beim jetzigen Umrechnungskurs ca. CHF 1’875.-).

Die Patenschaften (10 Kinder) beim Verein ÀGUA-VIVA führen wir seit 2008. Patinnen zahlen die Beiträge für weitere 4 Kinder via uns. Die Zusammenarbeit mit Christoph Steiner-Oliveira (Verantwortlicher der Àgua Viva-Projekte) ist nach wie vor sehr gut. Àgua Viva hilft Kindern und Familien auch in Sondersituationen. So finanziert der Verein für inzwischen 23 Kinder Privatschulen, für 6 Jugendliche eine private Fakultät oder Berufsschule, für zahlreiche Mädchen und Jungen schulischen Stützunterricht, für 2 begabte Jugendliche Malunterricht, für mehrere chronischkranke Kinder Medikamente, bietet kostenlose Musiklektionen für Kinder und Jugendliche an, verbessert mit dem Kauf von Baumaterial die Wohnsituation sehr armer Familien oder hilft sonst, wo die Not gross ist. Gerne vermitteln wir weitere Projektpatenschaften für Fr. 25.- pro Monat.

Im September begannen 2016 wir das Projekt Rettet die Umwelt. In den Städten Paulista, Igarassu und Olinda sammeln Jugendliche auf Brachen, Wiesen, Bach- und Kanalufern Abfall. Sie machen darauf aufmerksam, dass nicht auf Kosten der Umwelt entsorgt wird. Die Anwohner sollen sich an eine saubere Umgebung gewöhnen. Wir helfen ihnen auch beim Erstellen von Abfalldeponien, welche die städtische Müllabfuhr regelmässig leert.

Zusammen mit der Stadt Igarassu werden wir eine ‚Baumschule’ betreiben, das heisst wir züchten einheimische Bäume und Sträucher. Diese pflanzen wir auf Brachen, in der Wildnis, in Parks, auf Plätzen oder auch bei Privaten. Wir leisten damit einen minimen Beitrag an der Wiederaufforstung des Atlantikurwaldes.

Wir bedanken uns im Namen der betroffenen Mitmenschen und den Kontaktpersonen in Brasilien bei allen herzlich, die zum Gelingen unseres Werkes beigetragen haben und weiter helfen werden. Unser Einsatz ist auch in Zukunft sehr willkommen.

HANS HALLER-STIFTUNG