Berichte

Bericht April 2018 – März 2019

Liebe Freunde

2018 gingen auf die Konti der Hans Haller-Stiftung Fr. 110’471.- ein. Zum vierten Mal hintereinander lagen die Spendeneinnahmen bei über Fr. 100‘000.-. All unseren Gönnern von Geld, Naturalien und Dienstleistungen danken wir an dieser Stelle von Herzen. So durften wir verschiedene neue Spender begrüssen, die Dr. Ernst-Günther Bröder Stiftung aus Luzern un-terstützte uns erneut. – Anfang 2018 erhielten wir für 1 Franken ca. 3.30 Reais. Im September gab es bis zu 4.15. Zurzeit erhalten wir für 1 Franken ca. 3.80 Reais.

Seit 8 Jahren ist das Projekt ‚Glückliche Jugend’ ein voller Erfolg! – Zurzeit betreuen wir 44 Kinder ohne Familie. Sie sind Waisen oder wurden von ihren Verwandten verstossen. 15 Ersatzmütter erziehen sie wie ihre eigenen Söhne und Töchter. Pro Kind zahlen wir ihnen monatlich einen fixen Betrag (Kost, Logis, Entgelt) von R$ 400.- (ca. CHF 105.-).

Mit Gabriela (15), Lucas (12), Ana Clara (11), Woshinton (12), Pedro (13) und Maria Eduarda (16) besuchen ab diesem Jahr sechs unserer Kinder eine gute Privatschule. Sie haben sich diese durch Fleiss, Begabung und gute Noten verdient. Wir verbessern damit ihre Zukunftschancen.

Ana Carla (5). Everton (11), Marcinho (9), Sofia (8), Mariana (6), Miguel (8), Kethelyn (10), Lucas (12), Sara (8), Kauan (10), Bianca (5), Weverton (7) und Alice Vitoria (2) und Darlysson Miguel (2) machen sich gut und bereiten uns im Moment keine Probleme.

Abnaécia (10) und die Zwillinge Tayna und Taynara (je 7) haben seit Herbst 2018 mit Rose eine neue ‚Mutter‘. Janaina litt unter psychischen Problemen. Die drei Kinder sind für ihr Alter schulisch im Rückstand. So kann Abnaécia noch nicht lesen …

Ersatzmutter Conceição zog mit ihrer Schwester Ana nach Recife. Sie will Artur (6) und Paulo Heitor (5) adoptieren. Unsere Unterstützung brauchen sie nicht mehr.

Änderungen gab es in den letzten Wochen bei der Familie Fabiana/Luciene: Luciene (20) hat dank unserer Hilfe ihren Weg gefunden. Sie verkauft Kleider und erledigt Putzarbeiten. Ihren Vorschuss hat sie zurückbezahlt. Sie hat sich ein Häuschen gemietet und wohnt mit ihrer Tochter Yasmin (5) dort. Wir wünschen den beiden alles Gute.

Kaline ist neu Ersatzmutter für Mateus (3) und Glebisson (6) sowie von Maria (7, ex-Conceição). Kaline hilft als Freiwillige in der Krippe Tia Sandra, weshalb wir ihr diese Aufgabe anvertrauten.

Ana Clara (11), ihr Bruder Italo Severino (7) sowie Jony (5) wohnen seit zwei Jahren unter der Obhut von Charlene. Ana Clara hatte davor zwischenzeitlich keine Schule besucht, weil sie auf der Strasse lebte. Umso positiver ist ihre Entwicklung, sodass sie jetzt an eine Privat-schule übertreten darf.

Auch Maruza macht sich gut als Ersatzmutter. Maria Eduarda und Pedro besuchen – wie oben geschrieben – die Privatschule. Kauan (10) dürfte ihnen bald folgen. Luciana Yara (2) ist unser Sonnenschein. Von ihrer Syphillis ist nichts mehr zu sehen.

Ana Paula (19) absolviert einen Coiffeusenkurs und wird nachher mit einer Partnerin einen Frisiersalon eröffnen. Auch ihr gewährten wir dafür ein Darlehen, das sie laufend abzahlt. – Unser Ziel ist, dass die Kinder eine glückliche Jugend verbringen und sich anschliessend ihren Lebensunterhalt auf ehrliche Weise verdienen können. Sie sollen nicht von einem Partner abhängig sein.

João (14), Wilames (13), Lais (11), Maysa (7), Maria Eduarda (10), Maria Heloisa (8), Mikael (11), Vitoria (10), Mayara (9), Gabriel (7), Estefany (5) und Fabio (2) leben bei ihren Ersatzmüttern in Araçoiaba. Die älteren schlossen das Schuljahr erfolgreich ab.

Maria sorgt sehr gut für ihre Cousins und Cousinen Gabriela (18), Gabriel (16), Milca (14), Mikaele (11), Miguel (8) und Miqueias (6) sowie für Debora (3). Die Entwicklung der Kinder bereitet uns Freude. In ihrem neu- bzw. umgebauten Heim fühlen sie sich zuhause.
Die Jugendbehörde fand eine entfernte Verwandte der Geschwister Tawane (14), Thais (12) und Willian (10). Sie platzierte die Kinder dort. Leider konten wir nichts dagegen tun. Sie lebten vorher auf der Strasse, hatten sich bei uns in den letzten drei Jahren gut entwickelt und bereiteten uns keine Probleme. Wir wünschen ihnen für die Zukunft alles Gute.

Neben den monatlichen R$ 400.- zahlen wir auch Aufwändungen wie teure Medikamente, Schuhe und Kleider vor Weihnachten, Schulmaterial, Kinderbetten, Transportkosten, usw. Jährlich budgetieren wir durchschnittlich pro Kind CHF 1’470.-.

Die sechs Kinder (s. oben) haben wir noch nicht ersetzt. Die Spendeneinnahmen lassen es nicht zu. Ausserdem sind wir unsicher, wie sich der Umrechnungskurs entwickelt.

Der Erfolg des Projektes Glückliche Jugend hängt auch von den finanziellen Mitteln ab. Wir suchen deshalb dringend Gönner, die weiteren Kindern eine glückliche Jugend er-möglichen.

Wir stehen nach wie vor zur Familienplanung. 2018 unterband das Spital Igarassu 102 Frauen und 61 Männer, so viele wie noch nie! Wir hoffen, dass es so weiter geht … Ende Dezember sprachen wir mit den Verantwortlichen des Spitals in Cabedelo PB. Das Spital begann damals mit dem Unterbinden von Frauen. Noch fehlen uns Rückmeldungen.

Die gebrauchten Hörgeräte sind seit längerem nicht mehr gefragt: Gaben wir 2017 60 Stück ab, waren es 2018 nur noch 35. Vorher waren es teilweise über 200 Geräte pro Jahr. Leider wollen die Städte die Kosten für die Ohrinnenstücke und Anpassungen nicht übernehmen. Dank zweckgebundenen Spenden konnten wir in früheren Jahren einspringen. Jetzt geht das nicht mehr, weil wir erstens die entsprechenden Mittel nicht mehr haben und zweitens die brasilianischen Behörden auch etwas beitragen sollten. Wenn wir schon die Geräte gratis abgeben, sollte es möglich sein, dass sie diese Zusatzkosten tragen … Im Moment haben wir noch einen Vorrat an Geräten. Wir machen deshalb einen Stopp mit der Annahme von Hörgeräten und danken für Ihr Verständnis.

Im Bereich der Kinderhilfe heissen unsere Partner seit vielen Jahren Kinderkrippe Tia Sandra und Verein ÀGUA-VIVA (www.agua-viva.ch). – Die Krippe Tia Sandra ist eine wichtige Stütze für die Familien im Quartier. Nachdem wir in den letzten beiden Jahren für monatlich je R$ 6‘000.- Lebensmittel kauften, kürzten wir ab April 2019 diesen Beitrag auf R$ 4‘000.- (ca. CHF 1‘050.-). Sandra muss sich nach weiteren brasilianischen Gönnern umsehen. Eine Beteiligung am Associacão Beneficiente Compaixão in Cabedelo PB brachen wir nach einem Jahr ab. Es gab wenig Synergien. Wir wollen uns auf unsere eigenen Projekte konzentrieren.

Die Patenschaften (10 Kinder) beim Verein ÀGUA-VIVA führen wir seit 2008. Patinnen zahlen die Beiträge für weitere 4 Kinder via uns. Die Zusammenarbeit mit Christoph Steiner-Oliveira (Verantwortlicher der Àgua Viva-Projekte) ist nach wie vor sehr gut. Àgua Viva investiert heute hauptsächlich in eine gute Vor- und Grundschulbildung möglichst vieler Kinder. So finanziert der Verein für inzwischen 30 Kinder Privatschulen, für 6 Jugendliche eine private Fakultät oder Berufsschule (2 von ihnen haben Ende 2018 die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen), für zahlreiche Mädchen und Jungen schulischen Stützunterricht, für eine be-gabte Jugendliche professionellen Malunterricht, für mehrere chronisch kranke Kinder Medikamente, verbessert mit dem Kauf von Baumaterial die Wohnsituation sehr armer Familien oder hilft sonst, wo die Not gross ist. Gerne vermitteln wir weitere Projektpatenschaften für Fr. 25.- (oder persönliche Kinderpatenschaften für Fr. 70.-) pro Monat.

Im September begannen 2016 wir das Projekt Rettet die Umwelt. In den Städten Paulista, Igarassu und Olinda sammelten Jugendliche auf Brachen, Wiesen, Bach- und Kanalufern Abfall. Sie machten darauf aufmerksam, dass nicht auf Kosten der Umwelt entsorgt wird. Die Anwohner sollten sich an eine saubere Umgebung gewöhnen. Wir halfen ihnen auch beim Erstellen von Abfalldeponien, welche die städtische Müllabfuhr regelmässig leert. – Leider beteiligte sich in allen drei Gemeinden die Bevölkerung nicht in dem Rahmen, wie wir es erhofften. Wir wollten Impulse geben, sie motivieren, ihren Abfall richtig zu deponieren. Das klappte leider nicht. Wir brachen die Übung ab. Aus São Lourenço da Mata gibt es keine Neuigkeiten. Auch die Baumschule in Igarassu wurde noch nicht realisiert … Zurzeit beteiligen wir uns an einem Projekt in Cabedelo PB, das Schilder am Strand aufstellt und Strandreinigungen organisiert. In João Pessoa stellten wir auch erste Schilder auf und sind in Kontakt mit Anwohnern. – Vor einigen Tagen starteten wir eine Zusammenarbeit mit den Bewohnern des Strandes Penha in João Pessoa. Wir kauften Abfallfässer und stellen Schilder auf. Die Jugendlichen werden den Strand reinigen. Die Verantwortliche unterstützt die Kinder mit unserer Hilfe auch im schulischen Bereich (Stützunterricht). Wir sind zuversichtlich, dass es klappt.

In Igarassu (und wenn möglich in andern Gemeinden) wollen wir Bachsperren errichten, damit der Plastikabfall nicht ungehindert ins Meer fliesst. Leider steht viel Arbeit an, und wir brauchen Geduld.

Ab dem 9.5. wird Hans Haller für gut vier Wochen in der Schweiz weilen. Bereits durfte er einige Termine vereinbaren, um sich und unsere Projekte bei Gönnern und möglichen Spendern persönlich vorzustellen. Noch hat er Platz in der Agenda … Er freut sich auf eine Kontaktaufnahme per Mail.

Wir bedanken uns im Namen der betroffenen Mitmenschen und den Kontaktpersonen in Brasilien bei allen herzlich, die zum Gelingen unseres Werkes beigetragen haben und weiter helfen werden. Unser Einsatz ist auch in Zukunft sehr willkommen.

HANS HALLER-STIFTUNG