Berichte

Zwischenbericht Herbst 2017

Liebe Freunde

Am 12.10.1992 erfolgte der Hans Haller-Stiftung im Handelsregister des Kantons Aargau.  Das heisst, wir feiern jetzt unser 25jähriges Bestehen. Unsere Organisation entwickelte sich in den ersten Jahren langsam, aber stetig. Inzwischen dürfen wir jährlich neue Erfolge feiern und noch mehr Menschen helfen.

Bis Ende Oktober 2017 gingen auf die Konti der Hans Haller-Stiftung Fr. 144’000.- ein. Neben privaten Gönnern unterstützen uns seit Jahren auch Gemeinden, Kirchgemeinden, andere Stiftungen, Vereine und Firmen. Stellvertretend erwähnen wir die Dr. Ernst-Günther Bröder-Stiftung aus Luzern. Ihnen allen wie auch den Spendern von Naturalien und Dienstleistungen danken wir an dieser Stelle von Herzen.

Endlich konnten wir den Stiftungsrat aufstocken. Mit Daniel Brenken aus Biberist und Cristiano Finale aus Zürich stellten sich zwei Männer zur Verfügung, die einen langjährigen Bezug zu Brasilien, der Region Recife und zu unserer Stiftung haben. Wir sind damit breiter abgestützt und danken ihnen für ihre Bereitschaft. – Ausserdem aktualisierten wir unsere Homepage (Danke, Beni Grenacher!).

Das Projekt ‚Glückliche Jugend’ läuft seit Februar 2011: Bisher ist es ein voller Erfolg! –Zurzeit betreuen wir 51 Kinder ohne Familie. Sie sind Waisen oder wurden von ihren Verwandten verstossen. Siebzehn verantwortungsbewusste Ersatzmütter erziehen sie wie ihre eigenen Söhne und Töchter. Pro Kind zahlen wir ihnen monatlich einen fixen Betrag (Kost, Logis, Entgelt) von R$ 380.- (ca. Fr. 120.-). Gegen Ende Jahr kaufen wir für sie ausserdem Kleider und Schulmaterial. Wir übernehmen auch teure Medikamente oder andere ausserordentliche Kosten.

Sandra die Leiterin des Projektes und Präsidentin der privaten Kinderkrippe Tia Sandra in Igarassu mit 70 Kindern ist eine Mutter für Gabriela (14), Woshinton (11), Ana Paula (18) und deren Tochter Ana Carla (3). Für Ana Paula zahlen wir den monatlichen Beitrag nicht mehr, hat sie doch das 18. Altersjahr erreicht. Sie und ihre Tochter bleiben jedoch bei Sandra und ihrer Familie.

Über Everton (9), Marcinho (8), Sofia (6), Ana Paula (10), Anderson (9), Miguel (6) und Mariana (5), Kethelyn (7), Lucas (10) und Sara (6) gibt es im Moment nichts Neues.

Maria Eduarda (15), Pedro (12) und Kauan (9)  sind fussballbegeistert. Maria Eduarda lernt viel besser als früher und ist ehrgeizig. Seit Juni schicken wir sie an die gleiche Privatschule wie Gabriela. – Ende Juli mussten wir leider ihre Ersatzmutter auswechseln: Nachdem Marta 3 Jahre für die Kinder gesorgt hatte, tat sie sich mit einem Ex-Partner zusammen, soff und tanzte und war ein schlechtes Vorbild für die Jugendlichen. Wir reagierten sofort und platzierten die Drei bei Ersatzmutter Maruza, die seit längerem als Freiwillige in der Krippe Tia Sandra hilft. Leider müssen wir mit solchen Rückschlägen leben. – Maruza betreut ausserdem Luciana Yara (5 Monate). Wie viele ‚unserer’ Kinder wurde sie von ihrer Mutter verlassen. Die Frau, der sie das Baby übergab, konnte es wegen ihrem Partner nicht behalten. Luciana leidet an Syphilis und einer Milchallergie und wird entsprechend behandelt.

Abnaécia (Bina, 9), ihre Zwillingsschwestern Tayna und Taynara (5), Artur (6), Maria (5) machen sich gut. Paulo Heitor (4)  lassen wir psychologisch betreuen. Sein Verhalten ist auffällig.

Fabiana und Luciene (19) kümmern sich um Lucienes Tochter Jasmin (3),  Glebisson (5) und Mateus (2). Die Familie harmoniert gut. Die beiden Erwachsenen nehmen abwechslungsweise Arbeiten (z.B. Putzen) an und verdienen sich so ihren Unterhalt.

Die alleinstehende Lucia hilft seit Jahren als Freiwillige in der Krippe Tia Sandra und ist sehr kinderlieb. Als wir im Februar eine weitere Ersatzmutter suchten, war sie sofort bereit. Sie erzieht jetzt Byanca (4), Weverton (3) und Alice (8 Monate). Die Kinder legen auch gewichtsmässig zu und entwickeln sich gut.

Wie Lucia hilft auch Charlene in der Krippe. Seit Anfang Mai ist sie eine Mutter für die ausgestossenen Geschwister Ana Clara (10) und Italo Severino (6) sowie für Jony (4). Die beiden älteren besuchen inzwischen wieder regelmässig die Schule und bereiten uns Freude.

In Araçoiaba betreuen wir João (12), Wilames (11), Lais (10), Maysa (6), Maria Eduarda (8), Maria Heloisa (7), Mikael (9), Victoria  (9), Mayara (8), Gabriela (16), Gabriel (15), Milca (13), Mikaele (10), Miguel (6) und Miqueias (4), Tawane (12), Thais (10) und Willian (8).

Im Mai nahm Ersatzmutter Maria die Debora (1) auf, die bei ihrer Nachbarin lebte. Die Frau musste mit ihrem kriminellen Mann flüchten.

Im September und Oktober nahmen wir in Araçoiaba zuerst den 3monatigen Fabio und anschliessend die Geschwister Gabriel (5) und Estefany (4) auf. Costa (Schwester unserer Kontaktperson und Ersatzmutter Cristina) wird die Drei aufziehen und ihnen ein Heim geben.

Der Erfolg des Projektes hängt auch von den finanziellen Mitteln ab. Wir suchen dringend Gönner, die weiteren Kindern eine glückliche Jugend ermöglichen.

 Vor einem Jahr begannen wir das Projekt Rettet die Umwelt. In den Städten Paulista, Igarassu und Olinda sammeln Jugendliche auf Brachen, an Bach- und Kanalufern oder Wiesen Abfall. Sie machen darauf aufmerksam, dass nicht auf Kosten der Umwelt entsorgt wird. Die Anwohner sollen sich an eine saubere Umgebung gewöhnen. In Paulista finanzierten wir das Material für zwei Abfalldeponien, welche die städtische Müllabfuhr regelmässig leert. In Igarassu planen wir mit der Stadt über eine Zusammenarbeit bei der Aufforstung des Atlantikurwaldes.

Vor kurzem machten wir mit Anwohnern eine Bootsfahrt im Mündungsgebiet des Flusses Beberibe zwischen Olinda und Recife. Das Naturparadies wird vom Müll immer mehr zerstört. Mit einer ansässigen Organisation sowie Politikern werden wir helfen.

 Klappte die Unterstützung der Kinderkrippe Tia Sandra durch die Stadt Igarassu schon vorher nicht wie gewünscht, wurde es immer schlimmer. Ausserdem suchen immer mehr Kinder dort Zuflucht. Wir unterstützen die Krippe monatlich mit R$ 6’000.- (beim jetzigen Umrechnungskurs knapp CHF 1’900.-). Das Geld ist vor allem für Lebensmittel aber auch als unser Anteil an einem Nähkurs für Mädchen zwischen 16 und 20 Jahren gedacht. – Dank unserer Intervention half die Stadt im September mit einer ersten Lebensmittellieferung.

Die Patenschaften (10 Kinder) beim Verein ÀGUA-VIVA (www.agua-viva.ch) führen wir seit 2008. Patinnen zahlen die Beiträge für weitere 4 Kinder via uns. Die Zusammenarbeit mit Christoph Steiner-Oliveira (Verantwortlicher der Àgua-Viva-Projekte) ist nach wie vor sehr gut. Er ist auch Kontaktperson von ‚Rettet die Umwelt’ in Olinda. Àgua-Viva finanziert für immer mehr förderungswürdige Kinder Privatschulen, Malunterricht, bietet kostenlosen Blockflöten-, Gitarren- und Gesangsunterricht als sinnvolle Freizeitbeschäftigung für Kinder und Jugendliche an. Àgua-Viva kauft auch Baumaterial für die Verbesserung der Wohnsituation von sehr armen Familien und hilft sonst, wo die Not gross ist. Gerne vermitteln wir weitere Projektpatenschaften für Fr. 25.- pro Monat.

Seit über einem Jahr konnte das Spital Igarassu keine Operationen ausführen, weil das Anästhesiegerät defekt war. Bald soll es wieder funktionieren … Immerhin machten sie in dieser Zeit Vasektomien. Im Juli sprachen wir eine Verantwortliche im Spital auf Spiralen an. Solche sind vorhanden, werden jedoch fast nicht verlangt. Die Leiterin des Sozialwesens wusste nicht, dass im Spital Spiralen vorrätig sind … Sie publiziert das jetzt vermehrt. Bereits ist ein Anstieg feststellbar. So setzte das Spital im September 9 Spiralen ein.  Bei der Sozialvorsteherin regten wir im Oktober einen Workshop mit Vertretern des Sozial-, Gesundheits- und Schulwesens an. Wir wollen bei einer ganzheitlichen Verbessung der Familienplanung mithelfen (Aufklärung, Verhütung). Wir sind zuversichtlich, dass wir damit in der Familienplanung in Igarassu einen kleinen Schritt vorwärts machen!

Im August trafen wir in São Lourenço da Mata Ana. Wir hatten ihr 1993 eine Unterbindung finanziert. Ana hat die Operation nie bereut.

Nach wie vor erhalten wir gebrauchte Hörgeräte aus der Schweiz. Das Projekt läuft weiter, im Moment allerdings auf Sparflamme, weil die Stadtverwaltungen nicht mitmachen …

Per Ende Oktober gaben wir in Rio Grande de Norte 50 Hörgeräte ab und in der Stadt São Lourenço da Mata 15 Stück. Ende letzten Jahres waren Kommunalwahlen. Noch konnten wir keine Partnerschaften mit den neuen Stadtverwaltungen abschliessen. – Seit 1998 erhielten via uns über 2’800 gebrauchte Hörgeräte neue Besitzer.

2016 übergaben wir der Sadt Igarassu 10 einfache Rollstühle. In diesem Jahr wiederholten wir die Aktion. Die Stadt gibt sie leihweise an gehbehinderte Einwohner ab.

Erhielten wir Ende 2016 für einen Franken 3 Reais, kalkulieren wir im Moment mit 3.20.

Wir bedanken uns im Namen der betroffenen Mitmenschen und den Kontaktpersonen in Brasilien bei allen herzlich, die zum Gelingen unseres Werkes beigetragen haben und weiter helfen werden. Unser Einsatz ist auch in Zukunft sehr willkommen.

HANS HALLER-STIFTUNG