Projekte

Zwischenbericht Herbst 2018

Liebe Freunde

Bis Ende Oktober 2018 gingen auf die Konti der Hans Haller-Stiftung Fr. 85‘921.- ein. Neben privaten Gönnern unterstützen uns seit Jahren auch Gemeinden, Kirchgemeinden, andere Stiftungen, Vereine und Firmen. Stellvertretend erwähnen wir die Dr. Ernst-Günther Bröder-Stiftung aus Luzern. Ihnen allen wie auch den Spendern von Naturalien und Dienstleistungen danken wir an dieser Stelle von Herzen.

Seit Mitte Juni betreut Ueli Baumgartner aus Meisterschwanden unser Sekretariat. Isabel Jarsetz ist am 14.10. Mutter eines gesunden Elia Anton geworden. Wir gratulieren ihr an dieser Stelle herzlich. Sie leitete unser Sekretariat während gut vier Jahren. Infolge des Familienzuwachses will sie kürzertreten. Wir danken Isabel für die geleistete Arbeit und Ueli für seinen künftigen Einsatz.

Das Projekt ‚Glückliche Jugend’ läuft seit Februar 2011: Bisher ist es ein voller Erfolg! –Zurzeit betreuen wir 50 Kinder ohne Familie. Sie sind Waisen oder wurden von ihren Ver-wandten verstossen. Siebzehn verantwortungsbewusste Ersatzmütter erziehen sie wie ihre eigenen Söhne und Töchter. Pro Kind zahlen wir ihnen monatlich einen fixen Betrag (Kost, Logis, Entgelt) von R$ 400.- (CHF 110.-). Gegen Ende Jahr kaufen wir ausserdem Kleider und Schulmaterial. Wir übernehmen teure Medikamente oder andere ausserordentliche Kos-ten. So finanzierten wir für Maria Eduarda und ihren Bruder Pedro Zahnbehandlungen für 5‘000.- Reais (CHF 1‘250.-). Grösseren, guten Schülern finanzieren wir eine Privatschule. In den letzten Tagen besuchten wir die meisten Familien bei sich zuhause. Die Häuser sind zum Teil sehr einfach, aber alle sind sauber. Wir waren angenehm überrascht.

Sandra die Leiterin des Projektes und Präsidentin der privaten Kinderkrippe Tia Sandra in Igarassu mit 60 Kindern ist eine Mutter für Gabriela (15), Woshinton (12), Ana Paula (19) und deren Tochter Ana Carla (4). Obwohl Ana Paula inzwischen volljährig ist, bleiben sie und ihre Tochter bei Sandra und ihrer Familie. Ana Paula gewährten wir ein zinsfreies Darle-hen, damit sie sich als Coiffeuse ausbilden und das nötige Material kaufen konnte. Bisher zahlt sie sie Raten fristgerecht zurück.

Während sich Everton (10) und Marcinho (9) bei Josefa gut machen, bereitet uns Sofia (7) zurzeit Probleme. Wegen ihrer Gesundheit (HIV-positiv) kränkelt sie oft, muss ins Spital und fehlt in der Schule. Sie ist sehr stark auf ihre ‚Mutter‘ fixiert.

Miguel (7) und Mariana (6) haben sich bei ihrer neuen Ersatzmutter Mariacinda eingelebt. Sie bilden zusammen mit dem kleinen Darlysson Miguel (1) eine Familie. Miguel ist aufgeweckt. Für sein Alter liest er schon sehr gut.

Kethelyn (9), Lucas (11) und Sara (7) bereiten ihrer Elisabeth Freude. Lucas wollen wir ab 2019 an die Privatschule schicken. Er hat sich das durch gute Schulleistungen verdient.

Maria Eduarda (16) und Pedro (13) besuchen motiviert die Privatschule. Die beiden litten an sehr grossen Zahnproblemen. Wir finanzierten ihnen deshalb eine Zahnbehandlung. Maruza erzieht auch ihren Bruder Kauan (10) sowie unseren Sonnenschein Luciana Yara (2) mit viel Liebe. Die Syphilis behandelten wir. Ihre Haut ist inzwischen rein.

Abnaécia (Bina, 10), ihre Zwillingsschwestern Tayna und Taynara (6) haben mit Ana Con-ceição eine neue Ersatzmutter. Jainaina leidet unter psychologischen Problemen. Abnaécia bekundet Mühe mit dem Lesen. Im Vergleich zum 3 Jahre jüngeren Miguel schneidet sich schlecht ab.

Artur (6), Maria (7) machen sich gut. Paulo Heitor (5) lassen wir psychologisch betreuen. Sein Verhalten war auffällig, hat sich aber gebessert.

Fabiana und Luciene (20) kümmern sich um Lucienes Tochter Jasmin (4), Glebisson (6) und Mateus (3). Luciene gewährten wir ein zinsfreies Darlehen. Damit kaufte sie Kleider ein, die sie weiterverkaufte. Die Raten zahlte sie fristgerecht zurück. Wir hoffen, dass sie sich so ein Standbein schaffen kann.

Lucia hilft als Freiwillige in der Krippe Tia Sandra. Seit Februar 2017 erzieht sie Byanca (5), Weverton (4) und Alice (2). Die Kinder entwickeln sich gut. Während Alice anfänglich frem-dete, hat sie sich inzwischen geöffnet.

Wie Lucia hilft auch Charlene in der Krippe. Seit Mai 2017 ist sie eine Mutter für die Ge-schwister Ana Clara (11) und Italo Severino (7) sowie für Jony (6). Ana Clara macht sich in der Schule so gut, dass wir sie ab 2019 an die Privatschule schicken wollen. Das ist eine ange-nehme Überraschung für alle: Bevor sie vor 1½ Jahren zu uns kam, besuchte sie während län-gerer Zeit keine Schule …

In Araçoiaba betreuen wir João (14), Wilames (12), Lais (11), Maysa (7), Maria Eduarda (9), Maria Heloisa (8), Mikael (10), Victoria (10), Mayara (9), Gabriela (17), Gabriel (16), Milca (14), Mikaele (11), Miguel (7), Miqueias (5), Tawane (13), Thais (12), Willian (9) und Debora (2). Die ‚Mütter‘ sorgen gut für die Kinder. Alle machen sich gut in der Schule, sind gesund und gut genährt.

Seit einem Jahr betreut Cosma (Schwester von Ersatzmutter Cristina) die Geschwister Gabriel (6) und Estefany (5) sowie Fabio (1). Gabriel ist inzwischen einiges ruhiger als vor einigen Monaten.

Im Moment ist die Planung hier sehr schwierig. Die politische Lage ist ungewiss. So haben wir in diesem Jahr bisher darauf verzichtet, weitere Kinder aufzunehmen. Wie oben angetönt, wollen wir ab 2019 zwei weitere unserer Schützlinge an eine Privatschule schicken und ihre Zukunftschancen verbessern. Uns liegt an Qualität und nicht an Quantität. Ob wir das tun können, hängt von den Spendeneingängen und vom Umrechnungskurs ab.

Der Erfolg des Projektes hängt auch von den finanziellen Mitteln ab. Wir suchen dringend Gönner, die weiteren Kindern eine glückliche Jugend ermöglichen. Pro Kind rech-nen wir beim gegenwärtigen Umrechnungskurs mit jährlichen Kosten von Fr. 1‘550.-.

Vor zwei Jahren begannen wir das Projekt Rettet die Umwelt. In den Städten Paulista, Igarassu und Olinda sammelten Jugendliche auf Brachen, an Bach- und Kanalufern oder Wiesen Abfall. Sie machten darauf aufmerksam, dass nicht auf Kosten der Umwelt entsorgt wird. Die Anwohner sollten sich an eine saubere Umgebung gewöhnen. In Paulista finanzierten wir das Material für zwei Abfalldeponien, welche die städtische Müllabfuhr regelmässig leert Leider entwickelt sich das Projekt noch nicht wie gewünscht. In Paulista und in Igarassu stoppten wir es. Die Anwohner machten zu wenig mit …

Die Mühlen mahlen in Brasilien sehr langsam: Im Mündungsgebiet des Flusses Beberibe tat sich noch nichts. Auch die Baumschule in Igarassu ist noch nicht so weit. Die Verantwortli-chen planen den Umbau der Liegenschaft. – Wir wollen helfen, aber das ist nicht einfach.

In den 90er Jahren begannen wir unsere Aktivitäten in der Stadt São Lourenço da Mata. Später verloren wir die Stadt

Nach wie vor kaufen wir für die Kinderkrippe Tia Sandra monatlich Lebensmittel für R$ 6’000.- (CHF 1’650.-).

Die Patenschaften (10 Kinder) beim Verein ÀGUA-VIVA führen wir seit 2008. Patinnen zahlen die Beiträge für weitere 4 Kinder via uns. Die Zusammenarbeit mit Christoph Steiner-Oliveira (Verantwortlicher der Àgua Viva-Projekte) ist nach wie vor sehr gut. Àgua Viva hilft Kindern und Familien auch in Sondersituationen So finanziert der Verein für inzwischen 23 Kinder Privatschulen, für 6 Jugendliche eine private Fakultät oder Berufsschule, für zahlreiche Mädchen und Jungen schulischen Stützunterricht, für 2 begabte Mädchen Malunterricht, für mehrere chronischkranke Kinder Medikamente, verbessert mit dem Kauf von Baumaterial die Wohnsituation sehr armer Familien, unterstützt einheimische Organisationen bei der Durch-führung von Freizeitprojekten für Kinder und Jugendliche und hilft sonst, wo die Not gross ist. Gerne vermitteln wir weitere Projektpatenschaften für Fr. 25.- oder persönliche Paten-schaften ab Fr. 70.- pro Monat.

Seit Ende März unterstützen wir die Associacão Beneficiente Compaixão in Cabedelo PB mit monatlich R$ 400.-. (ca. CHF 100.-). Die Organisation betreut 50 Kinder aus ärmsten Fami-lien, gibt ihnen eine Mahlzeit, bietet Freizeitaktivitäten und Kunsthandwerkkurse an. Die Ju-gendlichen sind so nicht auf der Strasse und haben bessere Zukunftsaussichten.

Wie wir im April schrieben, nahm das Spital Igarassu die Unterbindungen wieder auf. Die Berichte erhalten wir regelmässig. Per Ende Oktober unterbanden die Ärzte 89 Frauen, setzten 34 Spiralen ein und machten 46 Vasektomien bei Männern.

Nach wie vor erhalten wir gebrauchte Hörgeräte aus der Schweiz. Das Projekt läuft weiter, im Moment allerdings auf Sparflamme, weil die Stadtverwaltungen nicht mitmachen … Per Ende Oktober gaben wir in Rio Grande de Norte 30 Hörgeräte ab. – Seit 1998 erhielten via uns über 2’960 gebrauchte Hörgeräte neue Besitzer.

Gab es Anfang 2018 für einen Franken 3.20 Reais, kalkulieren wir im Moment mit 3.60. Im September waren es 4.15 … Wie oben erwähnt, die Planung ist schwierig. Am 28.10. wählten die Brasilianer mit Jair Bolsonaro einen ultrarechten Präsidenten. Schon Interimspräsident Michel Temer machte viele Fortschritte für die Armen rückgängig. Unter Bolsonaro dürfte es noch schlimmer werden. Die sozial Schwachen werden mehr leiden. So ist Hunger jetzt schon wieder ein Thema. Wir tun, was wir können, um einigen das Leben etwas zu verbessern.

Wir bedanken uns im Namen der betroffenen Mitmenschen und den Kontaktpersonen in Brasilien bei allen herzlich, die zum Gelingen unseres Werkes beigetragen haben und weiter helfen werden. Unser Einsatz ist auch in Zukunft sehr willkommen.