Projekte

Zwischenbericht Herbst 2016

Liebe Freunde

Bis Ende September 2016 gingen auf die Konti der Hans Haller-Stiftung Fr. 81’590.- ein. Neben privaten Gönnern unterstützen uns seit Jahren auch Gemeinden, Kirchgemeinden, andere Stiftungen, Vereine und Firmen. Ihnen allen wie auch den Spendern von Naturalien und Dienstleistungen danken wir an dieser Stelle von Herzen.

Das Projekt ‚Glückliche Jugend’ läuft seit Februar 2011: Es ist ein voller Erfolg! –Zurzeit betreuen wir 45 Kinder ohne Familie. Sie sind Waisen oder wurden von ihren Verwandten verstossen. Vierzehn verantwortungsbewusste Ersatzmütter erziehen sie wie ihre eigenen Söhne und Töchter. Pro Kind zahlen wir ihnen monatlich einen fixen Betrag (Kost, Logis, Entgelt) von R$ 360.- (ca. Fr. 115.-). Wir arbeiten eng mit den Behörden zusammen.

Sandra die Leiterin des Projektes und Präsidentin der privaten Kinderkrippe Tia Sandra in Igarassu mit 80 Kindern ist eine Mutter für Gabriela (13), Woshinton (10), Ana Paula (17) und deren Tochter Ana Carla (2). Paulinha muss ihren Berufswunsch Näherin überdenken. Leider arbeitet sie zu wenig selbständig und zu ungenau. Sie hilft jetzt auch beim Vertrieb der Kleider. Ana Carla war mit 2 Jahren schon ‚trocken’. Sie ist ein aufgestelltes Mädchen.

Everton (8) entwickelt sich gut. Sein Bruder Marcinho (7) ist sehr aktiv. Allerdings ist er nicht mehr so rebellisch wie noch vor einem Jahr. Sofia (5) hat sich geöffnet, seit sie den Kindergarten besucht.

Ana Paula (9) und Anderson (8) bereiten uns zurzeit keine Probleme. Sie bilden mit Miguel (5) und Mariana (4) sowie Maria Lucia und deren Tochter Vilma eine Familie. Miguel und Mariana besuchen die Krippe Tia Sandra. Ab 2017 kommt Miguel in den Kindergarten.

Kethelyn (7) und Lucas (9) entwickeln sich gut auch in der Schule. Sara (5) kränkelt immer wieder wegen ihrer Blutarmut. Sie besucht den Kindergarten.

Maria Eduarda (14), Pedro (11) und Kauan (8)  sind alle fussballbegeistert. Auch Maria Eduarda ist ‚ein halber Junge’.

Abnaécia (Bina, 8) und die Zwillinge Tayna und Taynara (4) gehören seit 4 Jahren zu uns. Während Bina die Schule besucht, verbringen ihre Schwestern die Tage noch in der Krippe.

Luciene (18) lebt mit ihrer Tochter Jasmin (2) und Mateus (9 Monate) bei Fabiana. Die ‚Familie’ harmoniert gut zusammen. Für Luciene werden wir nur bis November zahlen. Am 22.11. wird sie 18 und scheidet aus dem Projekt aus. Sie und Jasmin bleiben jedoch bei Fabiana. Diese wird ein weiteres Kind aufnehmen. So hat sie keine Einkommenseinbusse. Sie und Luciene nehmen abwechslungsweise Reinigungsarbeiten und andere Gelegenheitjobs an.

Für Conceição bedeuten Artur (5), Maria (4) und Paulo Heitor (3) alles. Sie kann keine eigenen Kinder haben und schenkt ihnen ihre ganze Mutterliebe. Vor allem Paulo Heitor ist sehr anhänglich.

Seit einem Jahr sorgt Victoria (17) unter unserer Obhut für ihre Geschwister Davi (15), Sabrina (13), Messias (11) und ihren Neffen Antonio (1). Das Experiment hat sich bisher bewährt. Sabrina war vor einigen Wochen etwas aufmüpfig. Aber Gespräche mit uns und einem Vertreter der Jugendbehörde beruhigten die Lage wieder. Antonios Mutter wurde als Drogenkurier geschnappt und sitzt unseres Wissens im Gefängnis. Sie hat weitere zwei Kinder, die ‚herumgeschupst’ werden. Noch fanden wir diese nicht. Victoria möchte diese auch aufziehen. Wir suchen weiter.

In Igarassu betreuen wir jetzt 30 Kinder. Mehr wollen wir nicht pro Gruppe in einer Stadt. – In Araçoiaba (Nachbarstadt von Igarassu) sind es zurzeit 15.

João (11) besuchen wir regelmässig in der Schule und sprechen auch mit seinen Lehrerinnen. Er macht sich sehr gut.

Wilames (10), Lais (9) und Maysa (5) sind Teil von Cristinas mehrköpfiger ‚Familie’. Neben unseren 3, sorgt sie für ihren Enkel sowie für zwei weitere Mädchen. Schade, dass es die Bürokratie hier nicht zulässt, sonst würden wir bei ihr eine kleine, bescheidene Krippe aufbauen.

Ana bieten wir mit unserem Projekt den notwendigen Rahmen, damit sie ihre Enkelinnen Maria Eduarda (7) und Maria Heloisa (6) aufziehen kann. Sie nutzen ihre Chance!

Angelicas Familie mit Mikael (8), Victoria  (8) und Mayara (6) entwickelt sich gut. Das einfache Häuschen ist inzwischen einiges wohnlicher.

Gabriela (15), Gabriel (14), Milca (12), Mikaele (9), Miguel (5) und Miqueias (3) leben seit 2 Jahren bei Maria, einer Cousine 3. Grades. Seit dem Frühling renoviert sie schrittweise das baufällige Haus. Wir haben das Geld vorgeschossen.

Wir hoffen, dass wir schon bald eine weitere Gruppe in einer andern Stadt aufbauen können.

Der Erfolg des Projektes hängt auch von den finanziellen Mitteln ab. Wir suchen dringend Gönner, die weiteren Kindern eine glückliche Jugend ermöglichen.

Das Spital Igarassu unterband per Ende August 2016 10 Frauen und nahm bei 23 Männern eine Vasektomie vor. Dass es nicht mehr Unterbindungen sind, liegt auch an Problemen in den OP’s. So funktioniert zurzeit das Anästhesiegerät nicht.  Wir organisieren auch Unterbindungen und Vasektomien. Wir kämpfen weiter für die Familienplanung!

Klappte die Unterstützung der Kinderkrippe Tia Sandra durch die Stadt Igarassu schon vorher nicht wie gewünscht, wird es immer schlimmer. Ausserdem suchen immer mehr Kinder dort Zuflucht. Wir kaufen monatlich Lebensmittel für R$ 5’000.- (beim jetzigen Umrechnungskurs knapp CHF 1’600.-).

Die Patenschaften (10 Kinder) beim Verein ÀGUA-VIVA (www.agua-viva.ch) führen wir seit 2008. Patinnen zahlen die Beiträge für weitere 4 Kinder via uns. Die Zusammenarbeit mit Christoph Steiner-Oliveira (Verantwortlicher der Àgua Viva-Projekte) ist nach wie vor sehr gut. Àgua Viva arbeitet seit zwei Jahren mit einer Kinderkrippe vor Ort zusammen und hilft so noch gezielter. Àgua Viva finanziert für einzelne Kinder Privatschulen, Malunterricht, kauft Baumaterial für die Verbesserung der Wohnsituation von sehr armen Familien oder hilft sonst, wo die Not gross ist. Gerne vermitteln wir weitere Projektpatenschaften für Fr. 25.- pro Monat.

Nach wie vor erhalten wir viele gebrauchte Hörgeräte aus der Schweiz. Neben Privaten beteiligen sich immer mehr Hörberatungen an unserem Projekt. Bis im Mai lief bei der HÖRberatung Gasser in Grenchen eine Rückgabeaktion. Bei einem Apéro mit Kunden und Medienvertretern durften wir über 60 gebrauchte Hörgeräte entgegennehmen. Herzlichen Dank!

Per Ende September gaben wir in Rio Grande de Norte 31 Hörgeräte ab und in den Städten Abreu e Lima, Itamaraca und Igarassu 219 Stück. Seit 1998 erhielten via uns über 2’800 gebrauchte Hörgeräte neue Besitzer.

Erhielten wir Ende 2015 für einen Franken über 4 Reais, sank der Umrechnungskurs 2016 stark. Zwischenzeitlich erhielten wir nur noch R$ 3.10. Das erschwert uns das Budgetieren …

Wir bedanken uns im Namen der betroffenen Mitmenschen und den Kontaktpersonen in Brasilien bei allen herzlich, die zum Gelingen unseres Werkes beigetragen haben und weiter helfen werden. Unser Einsatz ist auch in Zukunft sehr willkommen.