Familienplanung

Familienplanung

Als einen der Hauptgründe für das Leiden der Strassenkinder sieht Hans Haller die fehlende Familienplanung vor allem bei den unteren Bevölkerungsschichten. Mehr als 10 Kinder sind keine Seltenheit. Der Vater kümmert sich oft nicht um seine Familie. Die Mutter kann nicht alle ernähren und ihnen eine Zukunft ermöglichen. So landen viele auf der Strasse …

Unzählige Frauen wünschen sich eine Unterbindung. Ihnen fehlt jedoch das Geld dazu. Zusammen mit Cristiano Finale aus Zürich (www.fina-tours.ch) finanzierte die Stiftung zwischen 1992 und 1997 48 armen Frauen eine Unterbindung in einer sauberen Privatklinik. Ab 1998 können sich über 25jährige Frauen mit zwei und mehr Kindern in öffentlichen Spitälern gratis unterbinden lassen. Die Stiftung macht Kandidatinnen auf dieses neue Gesetz aufmerksam und berät sie (Kondome, Pillen, Spirale, Unterbindung). Sie kämpft auch bei den Behörden, dass in den Spitälern die Strukturen und Kapazitäten für Unterbindungen geschaffen werden. – Leider funktioniert das auch fast 20 Jahre später noch nicht. Viel zu viele Frauen warten auf eine Unterbindung.

Ana finanzierten wir 1993 eine Unterbindung. 2017 trafen wir sie zufällig in São Lourenço da Mata. Sie bereute den Eingriff nie und ist uns dankbar.

Die Stiftung motivierte die Städte Paulista, Igarassu und Orobo  an den Schulen Kurse im Bereich Familienplanung durchzuführen.

Seit 2002 arbeitet die Stiftung mit dem städtischen Spital von Igarassu zusammen. Es dauerte allerdings lange, bis die Verantwortlichen regelmässig Unterbindungen und Vasektomien vornahmen. Immer wieder unterstützen wir das Spital mit Naturalspenden und motivieren die Leute so, die Familienplanung voranzutreiben. Im Gegenzug erhalten wir monatlich Berichte über die ausgeführen Operationen. Zwischen 2002 und Mitte 2017 führte das Spital in Igarassu über 700 Unterbindungen und Vasektomien durch. Das ist ein Tropfen, aber immerhin …

Im September 2017 setzt das städtische Spital in Igarassu auf unsere Initiative vermehrt Spiralen ein. Das geschieht in Zusammenarbeit mit dem Sozialwesen der Stadt. Leider beschränken die brasilianischen Gesetze die Möglichkeiten: So dürfen nur Frauen über 18 Jahren mit mindestens einem Kind eine Spirale einsetzen. Viele Heranwachsende in diesem Alter haben hier schon mehr als ein Kind …

Seit sich Hans Haller 1992 für die Familienplanung in Brasilien engagierte, hat er einen klaren Geburtenrückgang festgestellt. Der Staat fördert inzwischen auch die Familienplanung und Aufklärung an den Schulen. Diese Entwicklung führt Haller jedoch nicht auf seine Arbeit zurück. Ein Umdenken bei der Bevölkerung hat stattgefunden, bzw. findet immer noch statt.