Glückliche Jugend

Unzählige Kinder haben keine Familie. Sie sind Waisen oder wurden von ihren Verwandten verstossen. Viele wohlhabendere Familien ziehen solche Kinder gross. Ärmere, die das auch gerne tun würden, haben keine Mittel dazu.

Die Stiftung wählt seit Februar 2011 in der Region Recife verantwortungsbewusste, in der Regel alleinerziehende Mütter aus, die sich schlecht oder recht durchschlagen. Wenn sie 1 – 3 Kindern eine Ersatzmutter sein wollen, ihnen Liebe, Zärtlichkeit aber auch Erziehung geben können, springen wir ein. – Die Stiftung vermittelt ihnen Kinder wie oben beschrieben und zahlt ihnen monatlich einen fixen Betrag (Kost, Logis, Entgelt) von R$ 500.- (ca. CHF 100.-) pro Kind. Das gibt den Frauen einen Zustupf an die Haushaltskosten und den Kindern Familienanschluss mit ‚Nestwärme’. Hermann Gmeiner (Gründer der SOS-Kinderdörfer) sagte: Das beste für die Entwicklung eines Kindes ist die Struktur einer Familie.  Per Juli 2022 betreut die Stiftung so 70 Kinder bei 23 Ersatzmüttern in Igarassu und Araçoiaba.

Das Projekt ist ein voller Erfolg. Die Jugendlichen entwickeln sich gut. Ohne uns wären wahrscheinlich einige von ihnen gestorben:

Everton litt an Leukämie, als er mit seinem Bruder José Marcos von der Mutter ausgesetzt wurde. Seine Ersatzmutter fuhr mit ihm wöchentlich ins Kinderspital in Recife zur Chemotherapie. Everton ist 14jährig.

Sara leidet an Blutarmut, Taynara musste am Herzen operiert werden, Mariana und Alice haben eine Milchallergie, Luciana hatte Syphillis, usw.

Die 18jährige Gabriela und die 19jährige Maria Eduarda sind seit 11 bzw. 10 Jahren bei uns. Beide sind sehr gute Schülerinnen. Wir förderten sie, indem wir sie in eine Privatschule schickten. Diese schlossen sie Ende 2021 erfolgreich ab. Gabriela studiert seit Februar 2022 Zahnärztin. Maria Eduarda arbeitet in einem Kleidergeschäft in Recife. Noch will sie nicht studieren. 

2022 besuchen Pedro (16), Lucas (15), Kethelyn (13), Sara (11), Miguel (11), Italo (11), Kauan (13), Everton (14) und José Marcos (12) die gute Privatschule Santa Maria in Igarassu.

In Araçoiaba besuchen 2022 Mikael (13), Aline (11), Miguel (11) und Gabriel (10) eine gute Privatschule. 

Erfüllt eine ‚Mutter‘ unsere Anforderungen und Bedingungen nicht mehr, ersetzen wir sie: Marta sorgte über drei Jahren für Maria Eduarda, Pedro und Kauan. Maria Eduarda erzählte im Mai 2018, dass Marta wieder mit einem ehemaligen Lebenspartner zusammen sei und mit diesem zuhause Saufgelage durchführe. Sandra erwischte sie an einem Wochenende. Die Erwachsenen waren keine Vorbilder für die Kinder. – Sandra nahm die Drei sofort mit. Mit Maruza betreut sie jetzt eine andere Ersatzmutter. Eine solche Entwicklung ist schade, aber das Wohl der Kinder ist uns am wichtigsten. Mit Ausnahme der verheirateten Sandra sind alle Ersatzmütter alleinstehend. Wie oben mit Marta beschrieben, wollen wir vermeiden, dass die Kinder in schlechte Gesellschaft kommen, gar geschlagen oder missbraucht werden.

Für Maria Eduarda und ihren Bruder Pedro zahlten wir im 2018 eine private Zahnbehandlung. Beim öffentlichen Gesundheitswesen wären ihnen mehrere Zähne gezogen worden.

Luciene (21) und Ana Paula (20), die mit ihren Babies vor etwa 5 Jahren zu uns kamen, ermöglichten wir mit Darlehen den Schritt ins Berufsleben. So verkauft Luciene Kleider, die sie im Landesinnern einkauft und erledigt Putzarbeiten. Ana Paula absolvierte einen Coiffeusenkurs. Aus gesundheitlichen Gründen kann sie im Moment nicht in ihrem Beruf arbeiten. Seit Anfang 2022 sorgt sie neben ihrer leiblichen Tochter für zwei Kinder unseres Projektes als Ersatzmutter.